Nagerhilfe Rendsburg - BERICHTE vom Bauernblatt Jan.13 über mich ;Haltung und Vergesellschaftung
   
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EIN BERICHT von Lena Dittmer über mich und wie alles begann:Bauernblatt im Januar 2013

EIN ZUHAUSE FÜR NAGER IN NOT

Als Bianka Stiller für sich und ihre
Kinder die ersten Meerschweinchen
kaufte, machte sie alles falsch. In einer
Zoohandlung erwarb sie zwei
unkastrierte Böcke und einen Käfig
mit den Maßen 1 m mal 50 cm. „Damals
gab es noch nicht so viele Informationen
über das Internet. Es gab
ein oder zwei Bücher über Kaninchen
und Meerschweinchen, und da
stand das so drin“, erzählt Bianka
Stiller. Stolz gingen sie und ihre Kinder
nach Hause. Das ist jetzt 15 Jahre
her, und seitdem hat sich einiges geändert.
„Irgendwann kamen zwei Kaninchen
dazu, die jemand abgeben
wollte. Die hielten wir in den obligatorischen
Holzkisten im Garten“, berichtet
die heutige Fachfrau. Irgendwann
fing sie an zu überlegen, was
eigentlich die Bedürfnisse eines Kaninchens
sind. Die ganze Familie begann
sich damit zu beschäftigen, wie
die Tiere in der Natur leben. Schnell
war klar: Ganz artgerecht geht es
nicht, aber die Haltung der Nagetiere
könnte doch sehr verbessert
werden. „In Freiheit leben Kaninchen
in Gruppen, die sich aus einem
Männchen und mehreren Weibchen
zusammensetzen. Andere Böcke
werden vertrieben. Alle gleichgeschlechtlichen
Tiere sind Konkurrenten.
So vergesellschaften wir immer
einen kastrierten Bock mit Weibchen“,
erzählt Bianka Stiller. Inzwischen
werden deshalb auch alle
männlichen Kaninchen, die zu Bianka
Stiller kommen, kastriert, und das
sind mittlerweile nicht mehr wenige.
„Aus meinem Umkreis kamen immer
mehr Tiere zu mir. Viele Leute
haben Kontakt zu mir aufgenommen,
wenn jemand sein Kaninchen
abgeben wollte oder ein Meerschweinchen
gerettet werden musste.
Auch die Arche-Noah-Tierhilfe
fing an, die Nagetiere zu uns abzugeben“,
berichtet Bianka Stiller, die
Das Zusammenführen von mehreren
Nagetieren ist einfach – wenn
man weiß, wie es geht. Bianka Stiller,
die seit Jahren viele Kaninchen
und Meerschweinchen hält, hat
die nötige Erfahrung. Liebevoll
kümmert sie sich um Notfälle und
ungeliebte Tiere, pflegt sie gesund
und sucht ihnen ein Zuhause. Natürlich
weiß die Gründerin der Nagerhilfe
Rendsburg auch, wie man
Kaninchen oder Meerschweinchen
vergesellschaftet.
Ein Zuhause für Nager in Not
sich inzwischen zur Aufgabe gemacht
hat, die Tiere neu und gut zu
vermitteln. Heute gibt es zwölf eigene
Kaninchen, die wegen Krankheit
schwer vermittelbar sind und bei Familie
Stiller bleiben. Dazu kommen
etwa 20 Tiere, die vermittelt werden
sollen. Die Anzahl ändert sich täglich.
Sie werden in zwölf Gruppen
und einigen Einzelgehegen gehalten.
Viele der Tiere müssen zunächst
alleine sitzen und brauchen insbesondere
nach der Kastration viel Ruhe.
Die Tiere stellt Bianka Stiller auf
ihrer Internetseite vor.
Pflegeplätze werden oft gesucht.
Unterstützung bekommt Bianka
Stiller von Freunden und Bekannten,
die einzelne Tiere in Pflege nehmen.
Hat sie keinen Platz mehr, startete
sie Rundrufe und erfragt, wer noch
ein Tier aufnehmen kann. Inzwischen
muss sie oft Tiere auf eine
Warteliste setzen, denn neue Anfragen
kommen jeden Tag. Dabei werden
Nagetiere in Not natürlich bevorzugt.
Trotz des großen Bedarfs an
Pflegeplätzen ist Bianka Stiller bei
der Auswahl der neuen Halter vorsichtig
und befolgt strikte Regeln.
„Hier kann sich niemand sein Tier
nach der Farbe aussuchen. Ich lasse
mir genau die zukünftige Haltung
beschreiben und entscheide dann,
welches Tier passt. Die meisten Nager
sind eine Zeit lang bei uns, und
ich kann sie gut einschätzen. Gerade
wenn schon ein Kaninchen gehalten
wird, geht es darum, die Tiere richtig
zu vergesellschaften“, erklärt sie.
Macht man es richtig, kann nicht viel
schiefgehen. Leider wird die Zusammenführung
aber oft falsch angegangen.
„Der neutrale Boden ist das
Wichtigste“, erklärt Bianka Stiller.
Sie hält nichts davon, die Tiere mit
Trenngittern zu halten. Dabei bauen
sich häufig Aggressionen auf, und
am Ende wird es immer schwieriger,
die Tiere aneinander zu gewöhnen.
Die Rangfolge muss ausgekämpft
werden, und da fliegt laut Bianka
Stiller schon mal Fell. „Das ist in Ordnung.
Man muss nur aufpassen, dass
sie sich nicht verletzen, und sie im
Notfall trennen. Haben sie die Rangfolge
geklärt, sollten sie gemeinsam
in das frisch gereinigte Gehege gesetzt
werden. Das klappt eigentlich
immer“, erklärt sie. Nur ein Tier von
hundert wird zurückgegeben.
Schwieriger ist es in einer Gruppe.
Doch auch da sollten einfach alle zusammengesetzt
werden. „Die Tiere
brauchen nur genug Platz, um sich
auch aus dem Weg gehen zu können“,
erklärt Bianka Stiller. In Gruppen
können auch Probleme entstehen,
wenn einer stirbt. Das kann dazu
führen, dass sich die ganze Gruppe
entzweit und erst einmal wieder
eine neue Rangordnung ausgekämpft
werden muss. Auf dem neutralen
Boden müssen die Tiere maximal
sieben Tage bleiben. Meist haben
sie die Kämpfe schon vorher
aufgegeben. Bei einem Pärchen
geht es manchmal auch ohne Streit.
Einfacher ist es bei Meerschweinchen.
„Hier ist darauf zu achten, dass
der Kastrat mehr Gewicht als seine
neue Partnerin hat. Bei Meerschweinchen
sind die Weibchen oft
sehr dominant“, hat Bianka Stiller
herausgefunden.
Haltung muss stimmen
Meerschweinchen und Kaninchen
gibt Bianka Stiller nur ungern zusammen:
„Man muss gucken, ob die Kaninchen
die Meerschweinchen dulden.
Meist überrennen die größeren
Tiere die kleineren.“ Kaninchen verhalten
sich ganz anders als Meerschweinchen.
Manchmal klappt das
Zusammenleben trotzdem. „Es müssen
dann aber mindestens zwei von
jeder Art sein. Wenn ich neben einem
Affen auf dem Sofa sitze, können wir
uns zwar auch eine Banane teilen,
doch verstehen können wir uns
nicht“, erklärt Bianka Stiller lachend.
Bei der Vermittlung ist der Nagetierexpertin
neben der Bildung von
passenden Paaren auch die Haltung
wichtig. „Zwei Kaninchen brauchen
mindestens 4 m2. Damit fangen wir
an“, erklärt sie. Kommt dabei eines
der Tiere aus Käfighaltung, reichen
4 m2 aus. „Das ist dann schon wie ein
Königreich“, erklärt Bianka Stiller, die
Käfighaltung für inakzeptabel hält.
Nur bei Meerscheinchen duldet die
Tierfreundin es, wenn zwei Käfige
nebeneinandergebaut werden. „So
ein Käfig hat 0,5 m2. Das ist nichts“,
sagt sie. Entscheidend für die Expertin
ist, dass nicht nur die Kinder Kaninchen
halten wollen, sondern auch
die Eltern dahinterstehen. Haben sich
die Interessenten in Bianka Stillers
Augen qualifiziert, gibt es einen
Schutzvertrag, und eine kleine Gebühr
muss gezahlt werden. Mit diesem
Geld kann Bianka Stiller gerade
einmal die Operationen ihrer Schützlinge
bezahlen. Neben den Kastrationen
fallen immer wieder Noteingriffe
an. Letzte Woche waren es Blasensteine,
eine Augenentfernung und
ein Gesäugetumor. Da summieren
sich die Kosten. Trotzdem betrachtet
die Hausfrau ihre Nagerhilfe als Hobby.
„Manche spielen Golf oder segeln.
Ich helfe den Tieren“, sagt sie.
Besonders traurig ist es, wenn im Oktober
viele Tiere abgegeben werden.
Bianka Stiller weiß: „Der Schwung
kommt nicht nach Weihnachten. Da
sind die jungen Tiere noch niedlich.
Zum Winter hin, wenn die Leute keine
Lust mehr haben, sich draußen
aufzuhalten, wollen viele ihre Tiere
loswerden.“ Das sind meistens Nager
aus der Zoohandlung. Werden die
zukünftigen Halter allerdings so sorgfältig
ausgesucht wie bei Bianka Stiller,
werden die Tiere nur sehr selten
wieder abgegeben. Lena Dittmer


EIN BERICHT von Ann-Katrin Gerwers über das Zusammenführen von Kaninchen:

FLIEGENDE FELLBÜSCHEL UND WILDE HATZ

Hält man zwei Kaninchen,ist es eher selten,dass beide gleichzeitig sterben.Was macht man mit dem verwaisten Partner,und wie schafft man es,ein neues Kaninchen mit dem alten zusammenzubringen?Ein Erfahrungsbericht.

Nachdem ich meinen Zwergwidder-
Mix Lasse einschläfern lassen
musste, stand ich vor der Frage: Soll
es für seine siebenjährige Partnerin
Lotta wieder ein zweites Kaninchen
dazugeben, oder wird Lotta in eine
andere Partnerschaft abgegeben?
Denn ein Kaninchen alleine halten
– das war von Anfang an klar – geht
nicht. Sehr schnell fraß Lotta weniger,
war lustlos, saß in der Ecke,
nutzte den Auslauf im Garten nicht
mehr und wirkte sehr einsam. Über
meinen Tierarzt hatte ich die Adresse
von der Nagerhilfe Rendsburg erhalten.
Als ich mich dort meldete,
stellte mir Bianka Stiller gleich den
kastrierten Widder Kasimir vor.
Nach einer langwierigen Augenbehandlung
zog er einige Wochen
später zu uns. Ein großer und neutraler
Raum mit vielen Kartons zum
Verstecken, Heu, Futter und Wasser
war im Arbeitszimmer vorbereitet.
Lotta und Kasimir wurden sofort
zusammengesetzt. Der Widder versteckte
sich, und Lotta konnte sich
ihm vorsichtig nähern. Nach ein
paar Stunden und einiger Rennerei
war alles geklärt, und wir ließen die
beiden ins Gehege umziehen. Verstanden
haben sich die beiden gut.
Lotta durfte Kasimir die Ohren lecken,
und er fasste ganz langsam
Vertrauen. Leider wurde er wieder krank. Das andere Auge fing an zu
eitern, musste entfernt werden,
und der Widder wurde unrein. Es
stellte sich heraus, dass er Wasser im
Bauch- und Lungenraum hatte, und
der arme Kerl wurde, nach nur drei
fröhlichen Monaten bei uns, eingeschläfert.
Somit war Lotta schon wieder alleine.
Also rief ich erneut Bianka
Stiller an, die zum Glück gerade einen
kastrierten dreijährigen Kaninchenbock
übernehmen sollte. Diesen
konnten wir einige Tage später
direkt abholen. Wieder wollten wir
eine Zusammenführung auf neutralem
Boden durchführen. Widder
Emil, der ungefähr doppelt so
schwer ist wie Lotta, nistete sich im
Arbeitszimmer ein, und es flogen
heftig die Fetzen. Wildes Gerenne
und Geknurre, Fellbüschel, die
durch die Gegend wirbelten, und
zahlreiche Bisse. Allerdings war es
die Dame des Hauses, die den kräftigen
Widder durch die Gegend
scheuchte und nicht zur Ruhe kommen
ließ. Nach drei Tagen dachten
wir, dass die Rangordnung geklärt
sei. Scheinbar friedlich hockten die
Kaninchen nebeneinander und fraßen.
Somit durften sie in das eigentliche
Gehege umziehen. Die Ruhe
aus dem Arbeitszimmer nahm hier
jedoch ein jähes Ende. Lotta ließ
Emil nicht mehr aus dem Käfig in
den Auslauf, biss ihn ständig in den
Hintern und pöbelte auch im Strohbereich
des Käfigs. Emil traute sich
bald überhaupt nicht mehr aus der
Ecke. Nach zwei Tagen fragte ich
bei Bianka Stiller um Rat. Sie gab
mir die Empfehlung, die beiden Kaninchen
ein zweites Mal auf neutralem
Boden zusammenzusetzen.
Hier kam nur noch die Garage infrage.
Dort trennten wir ein Gehege
ab und setzten die Streithähne
hinein. Nach und nach akzeptierte
Lotta Emil als Partner. Nachdem das
Auto fünf Tage vor der Garage
stand und die beiden sich nebeneinandersitzend
füttern ließen, starteten
wir den zweiten Versuch des
Umzugs in das eigentliche Gehege.
Vorab wurden alle Teile des Geheges
gründlich mit Essigwasser gereinigt,
die komplette Einstreu gewechselt
und der Fußboden zweimal
neutralisiert. Frisches Futter
und Heu sollten die Eingewöhnung
erleichtern. Und es funktionierte:
Lotta und Emil waren endlich ein
Paar. Heute pöbelt Lotta ihren Widder
nur noch beim Frischfutterverteilen
an. Ansonsten verbringen die
beiden die meiste Zeit mit- und nebeneinander,
kuscheln und pflegen
sich gegenseitig. Mein Fazit ist: Man
braucht viel Geduld und einen wirklich
neutralen Boden. Das Arbeitszimmer
war nach der Zusammenführung
mit Kasimir bereits Lottas
Reich. Und es lohnt sich, für ältere
Tiere einen neuen, auch jüngeren
Partner zu suchen. Die Tiere bleiben
auch mit einem Partner zutraulich
und menschenbezogen, aber sie
können ihre sozialen Kontakte mit
ihren Artgenossen artgerecht ausleben.
Ann-Katrin Gerwers


   
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